Scott Alexander (Astral Codex Ten)

If you want good advice about how to walk, ask someone with cerebral palsy. They experience walking as a constant battle to overcome their natural constitution, and so accumulate tips and tricks throughout their lives. Or ask a physical therapist who works with these people and studies them. Just don’t ask someone you see walking especially briskly down the street. (source)

You live in a world choked with ideas, where anything that rises to your consideration has necessarily won a Darwinian battle among hyper-specialized memetic replicators competing for your attention. By definition most of what you come across through semi-formal channels will be preachy, pushy, and associated with the kind of people who are obsessed with talking about themselves. If you learn about some lifestyles through informal channels (eg your family and friends), and others through semiformal channels (eg media and books), the latter will look obviously inferior. (source)

Gregory Bateson

[I]n no system which shows mental characteristics can any part have unilateral control over the whole. In other words, the mental characteristics of the system are immanent, not in some part, but in the system as a whole.

(The Cybernetics of ›Self‹. A Theory of Alcoholism)

Brigitte Reimann

Später erst, auf der Hochschule, als ich selbst hundertmal verletzt und gedemütigt wurde, verstand ich, warum er sich mißtraute, sich schuldig fühlte: so bezahlten wir für die Sünden unserer Väter. Er mußte an sich selbst zweifeln, wenn er nicht an der Gesellschaft zweifeln wollte. Er versuchte sich einzuordnen — einzuordnen, sage ich, nicht anzupassen wie ein Tier, das sich mit einer Schutzfarbe schlau dem Wald anpaßt, und nicht bloß um des lieben Friedens willen. Er mühte sich, ich versichere dir — aber was sollte er mit Klasseninstinkt anfangen?

Wollten wir mit unserem Eifer die anderen überzeugen? Das ist nur halb-ahr. Wir waren Renegaten… Weißt du, was ich heute dariiber denke? Wir muften uns selbst immer wieder bestätigen, daß wir richtig gewählt hatten, daß wir übergelaufen waren in die schönste aller Welten - sie mußte vollkommen sein, wir durften uns nicht geirrt haben.

Die sieben Gäste saßen an sieben Tischen, jeder für sich allein, jeder eingeschlossen in seinen Kreis einer besonderen Einsamkeit, die keines anderen Menschen Einsamkeit vergleichbar war, weil seine Geschichte mit keiner anderen zu vergleichen war, die besondere, besonders schmerzliche Geschichte seiner Niederlagen und verlorenen Illusionen.

Später erst habe ich begriffen, daß in einer Gesellschaft, die den Frauen gleichen Lohn für gleiche Arbeit zahlt (daüber gibt es nichts zu reden), daß bei uns noch andere ungeschriebene Gesetze walten, die in einer von Männern beherrschten Welt gemacht worden sind, - die werden mitgeschleppt, zäh und dumm und als ein Joch, unter das man unseren Nacken beugt, nicht anders als das verfluchte Man-tut-das-nicht meiner Eltern.

…und den letzten Tanz, Good night, Irene, den tanzen sie Wange an Wange […] und die Augen sind leer vor Erwartung, noch ein paar Takte, die letzte taumelnde Drehung, noch eine Zugabe, durch heftiges Klatschen erzwungen, und die geflüsterten Abmachungen, der Heimweg, ein Park, der Hausflur — soviel Hoffnung für die Zeit zwischen dem letzten Tanz und Montagmorgen.

Franziska sah den perlmuttfarbenen Himmel durch die Kastanienzweige, die schüchternen Fingerblatter, die Knospen, die wie Fliigeldecken von Maikafern glanzten. Sie stieß einen Schrei aus. Den Schrei ihres schönen Freundes, wenn er über die Betonbahn raste, wenn die Baume vorüberschwirrten, mit dem Laut springender Saiten: Wir fliegen! Sie breitete die Arme aus, sie umfing den Morgen, den Kastanienbaum, seine natürliche Zuversicht, den künftigen Schimmer seiner weißen, lachsrot gefleckten Blütenkerzen und die Luft, die den Perser trug, nach Hause, und das Pferd mit dem blauen Fell seiner Flanken, seiner vom Feuer vergoldeten Mähne.

Er hatte in den Jahren danach kein Bedauern empfunden wie manche, wie viele in seinem Alter, die zurückblicken auf meine Jugend, auf unseren Anfang, wehmütig, weil man nicht geblieben ist der man war, oder schuldbewußt, wie auf einen Verrat, oder stolz (wir hatten es schwer, uns ist nichts geschenkt worden), oder spöttisch - aus Einsicht? aus Reisgnation? - zitierend die Blütenträume, die nicht alle reifen, oder müde, schmollend, verärgert, zornig, weil man nicht geworden ist, was man hätte werden können…

…das dünne Lexikon meiner Sprache, ein Herbarium von Klischees, in dem die gepreßten und zartstaubigen Wortblätter rascheln… Vertrauen also: zu dir und zu mir… als genüge der Protest “Sie vergeuden sich!”, um […] den Mann und mein Bild von ihm, zu verschmelzen: ein ungebrochener Mensch, der Vergangenheit abstreift, schmerzlos wie abgestorbenes Zellgewebe; als warst du imstande, aus der schwindelhaften Existenz eines Außenseiters herauszutreten so gelassen, mit der Nonchalance, wie du über die Absperrkette gestiegen bist, auf jene Straße, die ich betreten hatte wie einen neuen Kontinent…

(Franziska Linkerhand)

John Cheever

It was one of those midsummer Sundays when everyone sits around saying, “I drank too much last night.” You might have heard it whispered by the parishioners leaving church, heard it from the lips of the priest himself, struggling with his cassock in the vestiarium, heard it on the golf links and the tennis courts, heard it in the wildlife preserve, where the leader of the Audubon group was suffering from a terrible hangover. (from “The Swimmer”)

Rachel Cusk

Tonie feels a kind of nostalgia for her, as she might for a particular song that fits like a key into the lock of time and lets the past come rushing out. (“The Bradshaw Variations”)

Yes, it is bewildering, unfathomable, to find that love and loss and despair and hope are cellular, partitive; that in the fragment of each the structure of the whole is present, like the specimens scientists examine under microscopes; the whole structure and character of her life present in these moments of terror and elation.(“The Bradshaw Variations”)

It strikes her now that life is not linear, a journey, a passage, but a static process of irreversible accretion. It is perspective that moves, passing over it all like the sun, now illuminating, now casting into shadow. The angle changes, the relation of one thing to another, the proportion of dark to light; but experience itself is block-like, is cumulative and fixed. (“The Bradshaw Variations”)

Cory Doctorow

As a working artist in his third decade of professional life, I’ve concluded that the point of art is to take a big, numinous, irreducible feeling that fills the artist’s mind, and attempt to infuse that feeling into some artistic vessel – a book, a painting, a song, a dance, a sculpture, etc – in the hopes that this work will cause a loose facsimile of that numinous, irreducible feeling to manifest in someone else’s mind. […] One of my novels may be good and it may be bad, but one thing it definitely is is rich in communicative intent. (source)

Reinhard Jirgl

Doch allein durch das-Tun des Schreibens, ähnlich dem-Reden zum Verfertigen des Gedankens, !änderten sich rasch die-Worte mit denen er schrieb; langsam trat unter seiner Schreibhand aus Demstein der Allerwelt’s Sprache Seine=Sprache hervor, als wär er Bildhauer, der mit dem Meißel aus Demstein dessen innere=Skulptur, die Darin nur=er zu sehen vermag, herausschlagen kann. (“30. April 1945”)

Erich Kästner

Admittedly, I didn’t particularly like that book. Not just because this kind of tame and objective literature that aims to be instructive reminded me of German classes in school too much. Most of all, I guess I just don’t like Kästner’s language. I concede that it’s an interesting snapshot of German history and a pertinent warning against Nazi totalitarianism. It might also be the 93-year gap to this book’s publication, but the humor in »Fabian« doesn’t spark at all, plus the characters are ultimately too indifferent, too normal and the book’s episodes come off as too deliberate, which makes the book lack an appropriate political punch. I have Walter Benjamin on my side in my disfavor who also thought that Kästner’s leftism was more entertainment than intervention. Nevertheless, I did find a few strong sentences in it:

Was sollen wir anfangen? Wenn wir einen Mann liebhaben, liefern wir uns ihm aus. Wir trennen uns von allem, was vorher war, und kommen zu ihm. “Da bin ich”, sagen wir freundlich lächelnd. “Ja”, sagt er, “da bist du”, und kratzt sich hinterm Ohr. Allmächtiger, denkt er, nun habe ich sie auf dem Hals. Leichten Herzens schenken wir ihm, was wir haben. Und er flucht. Die Geschenke sind ihm lästig. Erst flucht er leise, dann flucht er laut. Und wir sind allein wie nie zuvor. Ich bin fünfundzwanzig Jahre alt, und von zwei Männern wurde ich stehengelassen. Stehengelassen wie ein Schirm, den man absichtlich irgendwo vergisst.

“Ich kann doch nichts.”

“Du kannst vieles.”

“Das ist dasselbe”, meinte Fabian. “Ich kann vieles und will nichts. Wozu soll ich vorwärtskommen? Wofür und wogegen? Nehmen wir einmal an, ich sei der Träger einer Funktion. Wo ist das System, in dem ich funktionieren kann? Es ist nicht da, und nichts hat Sinn.”

Ich kann, wenn ich meinen augenblicklichen Zustand betrachte, sagen: Die ganze Richtung paßt mir nicht! Aus den Bezirken, in die ich gehöre, wies man mich aus. Dort, wo man mich aufnehmen will, will ich nicht hin. Sei mir nicht böse, mein Guter, ich haue ab. Europa wird auch ohne mich weiterleben oder zugrunde gehen, es hat mich nicht nötig.

“Der biß zu und kämpfte und schlug mit dem Federhalter um sich, als sei der Gänsekiel ein Schleppsäbel. Der war zum Kämpfen da, du nicht. Der lebte gar nicht seinetwegen, den gab es gar nicht privat, der wollte gar nichts für sich. Und als er sich doch auf sich besann, als er vom Schicksal Frau und Kind verlangte, da brach alles über ihm zusammen und begrub ihn. Und das war in Ordnung. Wer für die anderen dasein will, der muß sich selber fremd bleiben. Er muß wie ein Arzt sein, dessen Wartezimmer Tag und Nacht voller Menschen ist, und einer muß mitten darunter sitzen, der nie an die Reihe kommt und nie darüber klagt: das ist er selber. Hättest du so zu leben vermocht?”

“Früher verschenkte man sich und wurde wie ein Geschenk bewahrt. Heute wird man bezahlt und eines Tages, wie jede bezahlte und benutzte Ware, weggetan. Bezahlung ist billiger, denkt der Mann.”

“Früher war das Geschenk etwas ganz anderes als die Ware. Heute ist das Geschenk eine Ware, die null Mark kostet. Diese Billigkeit macht den Käufer mißtrauisch. Sicher ein faules Geschäft, denkt er. Und meist hat er recht. Denn später präsentiert ihm die Frau die Rechnung. Plötzlich soll er den moralischen Preis des Geschenks rückvergüten. In seelischer Valuta. Als Lebensrente zu zahlen.”

“Genauso ist es”, sagte sie. “Genauso denken die Männer. Aber warum nennen Sie dann dieses Atelier einen Saustall? Hier sind doch die Frauen so ähnlich, wie ihr sie haben wollt! Oder etwa nicht? Ich weiß, was euch zu eurem Glück noch fehlt. Wir sollen zwar kommen und gehen, wann ihr es wollt. Aber wir sollen weinen, wenn ihr uns fortschickt. Und wir sollen selig sein, wenn ihr uns winkt. Ihr wollt den Warencharakter der Liebe, aber die Ware soll verliebt sein. Ihr zu allem berechtigt und zu nichts verpflichtet, wir zu allem verpflichtet und zu nichts berechtigt, so sieht euer Paradies aus. Doch das geht zu weit!” Fräulein Battenberg putzte sich die Nase. Dann fuhr sie fort: “Wenn wir euch nicht behalten dürfen, wollen wir euch auch nicht lieben. Wenn ihr uns kaufen wollt, dann sollt ihr teuer dafür bezahlen.” Sie schwieg.

Keith Kahn-Harris

The power of the voice is not a given, it is contingent on the circumstances. Part of the impact of social media has been to erode our ability to calculate that contingency. Social media deludes us into thinking that discourse can be a level playing field; one where our voices can combat other voices and maybe even prevail. […] In principle and depending on who is speaking and in what context, speaking out can be a brave and transformative act. However, the chances for that voice to cut through are much lower now that anyone can set themselves up as the one who speaks truth to power. At every moment, countless voices clamour to be heard in a chorus of narcissism. (source)

Alexander Kluge

Als er dann über Frau, Kinder und eine Anwaltspraxis verfügte, war sie sich immer noch unsicher, ob er dieses Leben nicht nur provisorisch führte. Ein Mensch der sich auf Wahrnehmung konzentriert, verfügt über eine dichte Erfahrung, er ist UNABHÄNGIG. Tatsächlich erschien mir Hellmut Becker nicht als bindungsunfähig, sondern als bindungsunwillig, als warte er auf die Ankunft einer noch anderen Realität, die ihm ein höheres Maß an Respekt abfordern würde. (“30. April 1945”)

Es sei eine falsche Deutung zu sagen, Schuld sei »so fest wie Stein«, bemerkt Ezra Pound. Man kann Schuld nicht mit dem Meißel behauen, sie ist keine Kuller, die man rollt. Für Kraftfahrzeuge, gleich welcher Art, bildet sie kein Hindernis. Auch fließe eine Schuld nicht (noch könne sie durch einen Aderlaß aus dem Schuldkörper abgezogen werden). Sie sei vielmehr in ihrer obsessiv verteidigten EWIGEN LEBENDIGKEIT – wie eine Greisin, die nicht sterben will – dem Atemzug vergleichbar, auch einem Sturm oder Wettersturz. (“30. April 1945”)

Nichts aber war so reich wie das Leben in den vielen Filmen, die sie bisher gesehen hatte. […] Das bräunlich gefärbte Licht im Zuschauerraum produzierte eine Dämmerung, die keine Furcht einflößte. Bereits seit dem Vortag hatte sie auf diese Nachmittagsvorstellung gewartet. Das neutrale Dasein, noch ohne daß der Film überhaupt angefangen hatte! Der Schwebezustand zwischen den Zeiten machte sie »offen«, »glückselig«. Anders als die Aussicht auf ihr tatsächliches künftiges Leben mit Mann und Kindern, das auf sie wartete. Denn hier, in den Filmen, waren noch viele Seitenwege und Abenteuer möglich, Abgründe und Glücksfahrten (oft in Kutschen). […] Ein Gong und das sehr langsame Erlöschen der Lichter kündigten den Beginn des Vorfilms an. (“30. April 1945”)

Es ist auch schwer, diese »überstürzte Empfindung«, das, was man eine »glückliche Überraschung« nennt, präzise nachzuerzählen. Es gewinnt erst Genauigkeit, wenn ich es in einer Geschichte, die von anderen Menschen handelt, schildere. Auch in der Form eines »Fotos mit Musik« ist die Aufwallung (eine Tür öffnet sich und ein Mensch, den ich nicht erwarte, umarmt mich) nicht dokumentierbar. (“30. April 1945”)

In dieser Hinsicht ist Kapitulation nicht die Unterwerfungshandlung des Besiegten, sondern die Generosität, mit welcher der Sieger den Gegner, der seine Wirklichkeit an sich bereits verloren hat, in die neue Realität, die seiner Seite, aufnimmt. Nicht aus der Abgabe der Waffen (welche die Revanche später nicht ausschließt), sondern aus diesem »gemeinsamen Vergessen« folgt der Frieden. Es geht um Realitätsauswechslung, um die Chance für ein zweites Leben – erworben, zu Recht oder zu Unrecht, durch das Verdienst des Feindes. (“30. April 1945”)

Maggie Nelson

I’m constantly amazed by the lucidity of Maggie Nelson’s writing and here’s multi-faceted analyses. Damn, even the @MaggieNelsonBot on Twitter that generates mostly nonsensical aphorisms from parts of sentences out of Maggie Nelson’s books is a great read. (Their actually not nonsensical to me, just oftentimes syntactically incorrent—just like poetry.) Since her essays are often so dense that a lot of ideas slip through my fingers when I don’t contemplate them again, I collect a bunch of quotes here.

The image of the Marlboro man riding his horse and smoking his cigarette has struck with me for many years…all it means is that the image seduced me…it didn’t widen my sensibilities, compassion or intuition. Whereas an art that affects you in the moment, but which you then find hard to remember, is straining to bring you to another level. It offers images and ideas from that other level, that other way of being, which is why you find them hard to remember. But it has opened you to the possibility of growing into what you are not yet, which is exactly what art should do.

(Richard Foreman: Unbalancing Acts. Foundations for a Theatre)

We abide by cultural directives that urge us: clarify each thought, each experience, so you can cull from them their single, dominant meaning and, in the process, become a responsible adult who knows what he or she thinks,’ Foreman has said. ‘But what I try to show is the opposite: how at every moment, the world presents us with a composition in which a multitude of meanings and realities are available, and you are able to swim, lucid and self-contained, in that turbulent sea of multiplicity.

(Richard Foreman: Unbalancing Acts. Foundations for a Theatre)

‘Trans’ may work well enough as shorthand, but the quickly developing mainstream narrative it evokes (‘born in the wrong body,’ necessitating an orthopedic pilgrimage between two fixed destinations) is useless for some—but partially, or even profoundly, useful for others? That for some, ‘transitioning’ may mean leaving one gender entirely behind, while for others—like Harry [Dodge], who is happy to identify as a butch on T—it doesn’t? I’m not on my way anywhere, Harry sometimes tells inquirers. How to explain, in a culture frantic for resolution, that sometimes the shit stays messy? I do not want the female gender that has been assigned to me at birth. Neither do I want the male gender that transsexual medicine can furnish and that the state will award me if I behave in the right way. I don’t want any of it. How to explain that for some, or for some at some times, this irresolution is OK—desirable, even (e.g., ‘gender hackers’)—whereas for others, or for others at some times, it stays a source of conflict or grief? How does one get across the fact that the best way to find out how people feel about their gender or their sexuality—or anything else, really—is to listen to what they tell you, and to try to treat them accordingly, without shellacking over their version of reality with yours?’ (The Argonauts)

I, too, have often wondered whether there exists a greater pleasure than the feeling—however brief or illusory—that by writing, one is in fact incinerating layers of crap rather than tossing more of it onto the landfill. This can be a difficult feeling to achieve when the medium is language. One cannot simply offer up a white page and a stopwatch and produce the illuminating, cleansing effect of ›silence‹ […] (The Art of Cruelty)

Who would want […] a world in which everything nice were partitioned off from everything horrible, thereby draining the world of its wild, nearly unnavigable paradoxes? And who would want a feminism—or any form of social justice—that lessened our apprehension of such difficult coexistences, or diminished our access to this electrical current? (The Art of Cruelty)

Perhaps the confusion lies in the ›personal is political‹ formulation itself, which offers but a simple copula where there actually exists a multitude of possible relations. As Jacqueline Rose has put it in The Haunting of Sylvia Plath, it isn’t just that ›the personal is political—for a long time feminism has insisted that what goes on in private is a political matter that concerns us all,‹ but rather that ›psychic life in itself will not be relegated to the private, it will not stay in its proper place. It shows up on the side of the historical reality to which it is often opposed.‹ It’s this inappropriate ›showing up‹ that interests me—a kind of crashing of the party that cannot be stopped, only contended with, when it occurs. (The Art of Cruelty)

[Lars] von Trier’s cruelty does not lie in any capacity to strip away cant or delusion, but rather in an ability to construct malignant, ultimately conventional fictions that masquerade as parables of profundity, or as protests against the cruelties of the man’s world in which we must inevitably live and suffer. Or, worse—and more likely—von Trier means to present these fictions with tongue so firmly in cheek that if we take them as parables of profundity, the joke may be on us. Von Trier imbues René Girard’s notion of sacrificial violence with an ironic, perhaps even a campy sensibility. But unlike the campiness of, say, Paul McCarthy or John Waters, von Trier keeps his cards close to his chest, as if to preserve his right—and the culture’s—to an entrenched, inevitable chauvinist malevolence. […] Misogyny, when expressed or explored by men, remains a timeless classic. I suppose, in the end, I remain grateful to ›Breaking the Waves‹ for one thing: it spoke to a question I’ve had for some time—namely, what purpose could a female Christ serve in the (male) imagination? As writer Eileen Myles has put it, ›What would be the point in seeing [a woman] half nude and nailed up? Where’s the contradiction? […]‹ The cruelty of Breaking the Waves is its revelation, intentional or not, that there could be no sustaining contradiction—that the redundancy of female victimization inflates into a sickening, fundamentally unbelievable martyrdom.

Clifford Sosin

We hold a thin scatter of facts about the world, and intelligence or reasoning is whatever fills the space between them…Where the space between the facts behaves well, this is close to godlike…Coding, math and most administrative work are [like this]. What makes them easy is that they have relatively smooth solution spaces and are tractably verifiable…Most of what matters doesn’t behave like that. The universe is mostly the emergent behavior of complex systems…The limit is contact with reality. A smarter reasoner fills the gaps between known facts in simple areas faster and better, but it doesn’t produce new facts.

Justin Smith-Ruiu

Most of my fellow philologists are willing to concede, at least in whisper, that what we managed to capture from the Earth’s satellites just before the solar flare hit is rather slim pickins indeed: a few “Cuck Fantasy” gifs now constituting the Tumblr Codex; a handful of Crazy Frog videos […] making up the Archivium Amphibianum; the YouTube Cache, which includes one video of some sort of celebratory numerological rite in worship of the series of natural numbers, another of an unidentified paramilitary faction boasting of its mighty war-engines, and, as we all know from day one of Intro to Codicology, a clip of the “Brooklyn science comedian” Molly Gottstauk getting robustly booed when she tries out her new one at open-mic night: “So the guy at Chopt said ‘Now pick your protein!’ And I was like, ‘Uh, guanine?’” (from An Introduction to Philology

Antoine Volodine

Einige Einzelheiten über die Seele der Fälscher / Lisbonne derniere marge

Die Welt ist nicht aus Porzellan gemacht, und trotz deiner Anstrengungen wird sie nicht zwischen deinen Fingern zerbrechen.

Oder etwa die Sozialdemokraten, diese blasierten Hampelmänner der Eunuchenmacht […]? Sie kümmerten sich nur noch um die nutzlose Verwaltung ihrer überflüssigen Ministerien […]. Wer sich für ein Jahrhundert an die Macht klammert, beharrlich den Stillstand verteidigt […], und seinen Hintern so sehr plattgesessen hat, dass er nicht mehr aufrecht stehen kann […], wie die Sozialdemokraten, ist Wirklich der Letzte, dem an einem geistigen Wandel gelegen wäre.

Die Gesellschaft wird von einem politischen Gebilde verwaltet, dass reine Fassade ist. Sie befindet sich Jahrhunderten in den Händen sozialdemokratischer Einfaltspinsel, die eine Art völlig wirkungslosen ideologischen Totalitarismus ausüben.

[W]ir raubten die Banken des Bankenkönigs aus, wir hefteten den höchstdekorierten Würdenträgern Orden aus Blei an die Brust, und doch konnten wir nicht leugnen, dass wir vor allem, nämlich Tag für Tag und zu jeder Stunde der nicht enden wollenden Tage, den übelriechenden Atem der Massen bekämpen mussten, deren Unschuld wir lautstark verkündet hatten, und während wir unsere Schläge gegen militärisch-industrielle Ziele verdoppelten, bliess uns von der Bevölkerung ein Wind der Verwesung entgegen, für den wir uns schämten…

Einige von uns hatten eine klare Vorstellung von der Gesellscaft, die wir zertrümmern wollten, und sie beschrieben kaltblütig die politischen, geschichtlichen und ideologischen Verhältnisse, die den Westen so ekelerregend, die Atmosphäre so ungenießbar gemacht hatten. Aber selbst die hellsichtigsten, selbst die vernünftigsten von uns hatten den Kampf aufgenommen, weil sie auf einem inneren Pfad voller Flecken, Bluat unf Schweinreien wandelten, der sie in eine Landschaft führte, wo Hellsichtigkeit und Vernunft nur noch Gesspenster waren.

[A]près la défaite de l’Allemagne éternelle, nous avons eu droit à la même lobotomie sournoise, voilà qu’en Germanie chacun dirigeait les ciseaux sur sa propre photographie, dirigeait la pointe vorace des cisailles sur sa propre physionomie, dans les cités ravagées voletait le cliquetis de ces auto-censures et de ces auto-mutilations, notre enfance était bercée par le caquetage des machines à coudre les cicatrices, et l’on entendait les hitlériens sanguins et consanguins extirper de leur code génétique et de leur mémoire et de leur chair intime, amollie déjà par la sociale-démocratie et la bière, toute trace d’une possible compromission avec le passé compromettant, et soudain les oncles en uniforme de la Wehrmacht nièrent avoir connu un quelconque élan d’enthousiasme pour quelque Führer que c’eût été et nièrent les engelures qui chaque hiver leur faisaient éclater les doigts sur le front de Biélorussie ou d’Ukraine, et nièrent avoir peint des caractères gothiques sur les pancartes destinées à indiquer la qualité ou la catégorie des hommes et des femmes pendus aux balcons en ruines et aux branches des tilleuls, soudain oncles et pères ne purent se souvenir des phrases élémentaires qui les avaient aidés à affronter le froid et les combats, et qui les avaient aidés à haïr durant toutes les décennies interminables du Troisième Reich de mille ans, et soudain ils ignoraient s’ils avaient ou non ignoré l’existence des camps de la mort, soudain le mot extermination et l’expression solution finale résonnaient comme des vocables inconnus et à la rigueur bizarres et fortement étrangers à leurs oreilles, et ils nièrent avoir parcouru l’Europe en bottes bien cirées puis avoir reculé en colonnes affreuses, souillées de poussière et de gangrène, ils nièrent tout cela et soudain, alors que nous étions à peine dégagés de nos langes, nous apprenions qu’il n’y avait rien eu de spécial dans nos villes, qu’il ne s’était rien produit de spectaculaire dans nos capitales qui empestaient encore le brûlé de la déroute et de l’écroulement, non, qui vous a raconté cette bêtise ? rien de rien, la vie avait été rythmée seulement par des rencontres amicales entre oncles et tantes et entre voisins, par des quatre heures avec café au lait et tic-tac paisible de l’horloge, nous apprenions que l’on ne reconstruisait rien, que tout avait toujours été comme cela, démocrate chrétien et atlantiste et social-démocrate, d’un calme et d’une lâcheté et d’un ennui frileux, douillets, infinis, et, mis à part cela, nous apprenions qu’il y avait eu une zone un peu onirique dans notre histoire, d’ailleurs d’importance négligeable à en juger par la sérénité avec laquelle les adultes en rognaient les derniers angles et les dernières barbes inélégantes, et nous constations que dans cet abîme sans couleur nos pères et nos oncles s’étaient dissous, la guerre n’avait pas existé, les divagations nationales-socialistes n’avaient pas pris forme, n’avaient pas débordé le cadre insignifiant de réflexions en chambre pour philosophes hystériques, n’avaient jamais envahi le réel et n’avaient jamais déferlé sur les rues allemandes ni dans les âmes allemandes, le Troisième Reich n’avait été qu’une variante à peu près confidentielle d’un conte apocryphe des frères Grimm, et nos pères et oncles n’avaient eux non plus jamais existé, ni leurs épouses ou leurs futures épouses, ni notre enfance, encore trop imprégnée de gravats, encore trop rapprochée des cratères de bombes et des convois d’éclopés et des films accablants sur Dachau et Bergen Belsen, et tu n’avais jamais eu de père, Kurt, toi non plus, l’idée même que tu fusses lié d’une quelconque manière à l’Obergefreiter Wellenkind, qui avait perdu une main et un œil en plein Berlin, cette idée était devenue aberrante, comme une mauvaise pensée née d’un songe, et qu’au réveil on s’efforce d’oublier ou du moins de ne pas faire partager à ses proches, et la notion même de père et mère s’évidait, reposait désormais sur une convention de mots, s’était transformée en pure construction verbale à laquelle il était impossible d’ajouter foi, l’Obergefreiter Wellenkind n’avait eu aucune réalité, aucune naissance, aucune enfance et aucune jeunesse, et sa jeune femme qui sans doute n’avait pas été trop fâchée lors de la Nuit de Cristal et qui sans doute n’avait guère renâclé à brailler Sieg heil ! en cadence quand on le lui avait demandé, sa jeune femme de même perdait maintenant toute substance maternelle et s’était décharnée de toute enfance et de toute jeunesse probables, seules avaient subsisté de cette longue période des souvenirs de conversations anodines autour du café au lait de l’après-midi, et la vieille pendule tyrolienne réchappée du désastre et qui par sa présence et ses piaillements démontrait que le désastre n’avait pas eu lieu, et à ton tour, Kurt, tu te préparais à disparaître dans ce blanc ni aveuglant ni douloureux ni quoi que ce fût de qualifiable, dans ce néant parfait, non concevable et non conçu, afin d’en émerger à ton tour adulte et sans mémoire, et quant à moi je traversais aussi presque en même temps, au début des années cinquante, l’expérience de ce silence, et tu sais, Kurt, nous avons émergé loups, dans des camps différents, loup adulte de l’ordre social-démocrate et louve adulte de la révolte contre toutes les chienneries pestilentielles de l’Europe, mais que nous le voulions ou non nous sommes du même sang, toi et moi, je me rappelle cette absence de souvenirs, et le bruit des chantiers de reconstruction qui ne reconstruisaient pas ce qui avait été détruit et vaincu et couvert de honte ou de sel, puisque rien n’avait été détruit, puisque les camions et les tanks des Alliés avaient de tout temps été là, et que l’odeur d’oignon des soldats français et que les fumées des échelons britanniques ou américains avaient imprégné l’air depuis toujours et que rien ni personne n’avait été couvert de honte, et puisque tout était clair et sans zone d’ombre, mon père travaillait depuis toujours dans une entreprise d’électricité, il y avait même quelque chose d’absurde à imaginer qu’il eût pu un jour connaître une naissance, une enfance, puis l’âge de porter les armes et d’acclamer un éventuel Führer, non, il avait éternellement occupé les fonctions de monteur-radio, il était apparu au monde devant une chaîne de montage, il n’avait jamais été père, et le simple Gefreiter Vogel n’avait jamais été secoué dans des wagons à bestiaux en direction du front russe et n’avait jamais été refoulé à pied, kilomètre après kilomètre, par les pilonnages soviétiques, et n’avait jamais été blessé à la hanche en Pologne, non, le Gefreiter Vogel avait toujours claudiqué pour se rendre à son travail, et son épouse n’avait jamais ni entendu défiler les Jeunesses hitlériennes, ni couru rejoindre le cortège, l’un et l’autre depuis un temps immémorial avaient approuvé principes et objectifs des chrétiens-démocrates et des sociaux-démocrates en en confondant, à l’heure de la pause café au lait, les nuances, et écoute bien, mon dogue, Kurt, nous sommes vraiment du même sang, toi et moi.

Et nous ne reniions aucune grenade éblouissante et continuions […] à placer sur leur route des machines infernales, et nous persistions à caresser au lance-flammes leur opulence centriste, et à écorcher la croûte dure de ce décor où ils paradaient, et à courir sus à toutes ces ombres graisseuses trônant au pouvoir pour mille ans, écrasant pour mille ans, sous leur bedaine bien nourrie, l’esprit de découverte et de révolution, prostituant pour mille ans l’idéologie de la Renaissance, et nous continuions à avoir pour projet de les démasquer, de les griffer, d’affadir jusqu’au néant leurs traits fadissimes, de les écharper à vastes rigoles, de détruire à cendre leurs forteresses de vernis mou, nous comptions les égrapper de tout mensonge, afin qu’ils ne pussent plus glousser d’immodestie sous leur couronne en carton, nous désirions qu’ils s’embrasassent, qu’ils flamboyassent, qu’ils s’éteignissent.

Wolfgang Welt

Was wollte ich in Bochum. Ich dachte, es fielen Atombomben, jeden Takt von ‘Short People’, den ich vor mit hersang. Ich ging in einen Buchladen in der City Passage. Ich sah ein Buch von Spinoza. Ich dachte an H.R. Kunze, der über ihn promovieren wollte. Dann kam es mir so vor, als seien es die Memoiren von David Spinozza, dem Sessionmusiker vieler Leute… (Fischsuppe, S. 68)

unknown

Eszter Bálint is sitting in a room in Florida different from the one you are in now. She is recording the sound of her speaking voice and she is going to play it back into the room again and again until the resonant frequencies of the room reinforce themselves so that any semblance of her speech, with perhaps the exception of rhythm, is destroyed. She regards this activity not so much as a demonstration of a physical fact, but more as a way to smooth out any irregularities her speech might have.

(found in Elisa’s last.fm shoutbox)